Der Trubel des Lebens – von Herausforderungen und die Ansprüche an sich selbst

In der letzten Zeit ist es ruhig auf SeelenSternHimmel geworden, nicht, weil ich es wollte, sondern, weil mir das Leben mal wieder mehr oder weniger eine Zwangspause auferlegt hat. Zu viele Herausforderungen, zu wenig Pausen und viel zu wenig Zeit für meine Arbeit. Man hangelt sich von Tag zu Tag, immer mit dem Gedanken im Kopf: „Wenn ich das und das erledigt habe, wird es endlich ruhiger…“

Doch die erhoffte Ruhe stellt sich nicht ein, da unzählige Dinge nachrücken. Also läuft man fleißig weiter in seinem Hamsterrad, mit dem Gedanken im Kopf: „Wenn ich das und das erledigt habe, wird es endlich ruhiger…“

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man hört von alleine auf zu laufen oder aber jemand hält das Hamsterrad für uns an. In diesem Fall war es mein Körper. Mithilfe einer Erkältung hat er mich zum Stillstand gebracht. Plötzlich ging nichts mehr. Ich lag im Bett, während es doch noch so viel zu klären gab. Tja, aber die Welt dreht sich trotzdem weiter und siehe da, all die Dinge, die es zu klären galt, haben geduldig auf mich gewartet und tun es noch. 

Natürlich hätte ich gerne schon alles erledigt, denn die To do Liste füllt sich ja weiter und verleitet einen dazu, sofort wieder ins Hamsterrad zu steigen, sobald man wieder einigermaßen laufen kann. Doch diesmal ist mir mein altes Muster bewusst geworden. Das Muster, was mich immer antreibt. Es ist schwer auszuhalten, auch weiterhin Ruhe zu bewahren, jetzt, wo es mir körperlich wieder etwas besser geht, denn damit handle ich gegen meinen Anspruch an mich selbst. Ist es aber wirklich MEIN Anspruch? Wo kommt er eigentlich her?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, wie komplex die Antworten sind. Eins kann ich mittlerweile aber mit Gewissheit sagen, der hohe Anspruch an mich selbst, ist bereits in meiner Kindheit entstanden. Es war der Anspruch meiner Mutter an mich, alles immer gut und zu ihrer Zufriedenheit zu klären. Tat ich es nicht, bekam ich nicht nur ihre Verachtung und Wut zu spüren, dann drohte das gesamte Familiensystem zu explodieren, was uns Kinder gefühlt in Lebensgefahr bringen konnte. Also tut man alles, um sein Überleben sicherzustellen. 

Durch das Erkennen dieser Hintergründe ist es kein Wunder mehr, warum mein Anspruch an mich so hoch ist und ich es schwer aushalten kann, diesem nicht nachzukommen, denn unterschwellig arbeitet das Muster meiner Kindheit, das mein Überleben sicherstellen will, noch immer. Abwarten und nichts Tun könnte lebensgefährlich werden. 

Ich schreibe das alles, weil es ein sehr gutes Beispiel dafür ist, wie uns kindliche Verhaltensmuster, die uns damals schützten, jetzt, als Erwachsene, zu unserem Nachteil werden können, wenn wir nicht die richtige Balance darin finden. Extrem belastbar zu sein, viel aushalten zu können und engagiert im Alltag oder bei der Arbeit zu sein, ist eine enorme Stärke, die bei Überforderung aber im völligen Ausgebranntsein enden kann. Darum sollte man stets das Sprichwort: In der Ruhe liegt die Kraft beherzigen.

Und genau diese wünsche ich euch. Ich werde mich jetzt auch in Ruhe an meinen Wochenplan setzen, um anstehende Aufgaben auf ein gesundes und zu bewältigendes Maß zu verteilen. SeelenSternHimmel steht weit oben auf meiner Liste, denn hier geht es jetzt mit Hilfsangeboten und einem der schwersten Themen weiter. Selbstmord.

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